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Für ein besseres Miteinander

Streetwork-Projekt in Bad Fallingbostel gestartet

Das Ankunftszentrum Bad Fallingbostel-Oerbke und die Stadt Bad Fallingbostel haben ein gemeinsames Konzept entworfen, um das Miteinander zwischen Bürgern und Asylbegehrenden zu verbessern. Streetworker sprechen gezielt Bürgerinnen und Bürger auf ihre Sorgen an und vermitteln Geflüchteten die deutsche Kultur in der Praxis.

Bereits seit Mitte April sind Sozialpädagogen aus dem Ankunftszentrum drei Mal in der Woche in Bad Fallingbostel im Einsatz. „Die Streetworker treten im gesamten Stadtgebiet mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Ankunftszentrums sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog“, beschreibt der Standortleiter des Ankunftszentrums, Amgad El-Moghier, das konkrete Vorgehen. „Uns ist es nicht nur wichtig zwischen den Gruppen zu vermitteln, sondern auch konkrete Lösungen für Probleme zu finden“, so El-Moghier weiter.

Karin Thorey, Bürgermeisterin von Bad Fallingbostel begrüßt die Arbeit der Streetworker an den öffentlichen Plätzen: „In unserer Stadt treffen Personen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen aufeinander. Ich freue mich sehr, dass es zwei konkrete Ansprechpartner gibt, die bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Personen aus dem Ankunftszentrum gegenseitiges Verständnis schaffen.“

Präventives Handeln, um Probleme zu vermeiden

Hartmut Bremer, einer der zwei Sozialpädagogen, die ab sofort im Stadtgebiet im Einsatz sind, betont als besonderen Schwerpunkt seiner Tätigkeit: „Es ist unser oberstes Anliegen, präventiv zu handeln und nicht, wenn es bereits zu Problemen gekommen ist.“ Ein konkretes Beispiel seien die öffentlichen Toiletten. „Viele wissen gar nicht, wo sie das nächste öffentliche WC finden können, wir zeigen es ihnen einfach“, so Bremer weiter. „Ich bin mit den Geflüchteten, die sich hier aufhalten, bereits aus meiner Tätigkeit im Ankunftszentrum bekannt. Sei es aus dem Deutschkurs oder einem Sportangebot. Da gibt es bereits eine gute Vertrauensbasis, die wir für unsere Arbeit hier nutzen können.“

Die Streetworker sind derzeit montags, mittwochs und donnerstags zwischen 14 Uhr und 16 Uhr in Bad Fallingbostel anzutreffen und stehen bei Fragen und Problemen zur Verfügung. Zu besonderen Anlässen, beispielsweise an Markttagen, können die Präsenzzeiten auch einmal flexibel gestaltet und verändert werden. Mittelfristig sollen zudem auch Asylbegehrende selbst in das Projekt eingebunden werden und als Multiplikatoren sowie Sprachmittler fungieren.

Die Laufzeit des Projekts ist vorerst bis Mitte Oktober 2019 befristet. Bei positiver Evaluation und vorhandenen finanziellen Mitteln wird darüber entschieden, ob das Projekt auch darüber hinaus fortgesetzt werden kann.

Bereits seit rund einem Jahr ist eine Streetworkerin im Umfeld des Ankunftszentrums Bramsche eingesetzt, um zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung und Anwohnern Brücken zu bauen. Nach diesem Vorbild ist nun auch das neue Streetwork-Projekt gestartet. Die Streetworker in Bad Fallingbostel sind bei European Homecare – zuständiger Dienstleister für die soziale Betreuung – im Ankunftszentrum Bad Fallingbostel-Oerbke beschäftigt.

 
Der Sebastian-Kneipp-Platz wird zu den Haupteinsatzgebieten der Streetworker zählen. Karin Thorey, Bürgermeisterin der Stadt Bad Fallingbostel, Amgad El-Moghier, Leiter des Ankunftszentrums, Harald Martens, Leiter des Sozialen Diensts im Ankunftszentrum beim zuständigen Dienstleister European Homecare und Hartmut Bremer, Sozialpädagoge bei European Homecare und ab sofort einer von zwei Streetworkern (v.l.n.r.) freuen sich, dass das Streetwork-Projekt gestartet ist.

Lesen Sie hier mehr zum Streetwork-Projekt um den Standort Bramsche.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Ankunftszentrum Fallingbostel-Oerbke Landesaufnahmebehörde Niedersachsen

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