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Oldenburger Projekt stellt sich in Hannover vor

Neu ankommende Frauen in Deutschland in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und in ihrer Selbstständigkeit zu fördern, ist das Ziel des Projekts „Frauen stärken – starke Frauen“. Dieses ist vom Sozialdienst am Standort Oldenburg der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am heutigen Montag im Rahmen der sechsten Integrationskonferenz des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ unter dem Titel „Werkstatt Frauen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte“ in Hannover, vorgestellt worden.

Janna Zalikowski, Leiterin des von der Johanniter-Unfall-Hilfe geführten Sozialdienstes in Oldenburg, erklärt: „Mit unserem Projekt wenden wir uns an Frauen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Wir vermitteln ihnen Werte wie Gleichberechtigung und Unabhängigkeit und wollen ihnen helfen, ihre Unsicherheiten in der neuen Umgebung abzubauen. Um die Ziele des Projekts zu erreichen, haben wir verschiedene Teilprojekte initiiert.“

„Das Oldenburger Projekt ist ein Vorbildprojekt für viele andere Unterkünfte, in denen geflüchtete und zugewanderte Frauen betreut werden“, betont Ralf Schulte, Leiter des Fachbereichs Soziale Dienste in der Landesaufnahmebehörde. Nicht nur die kulturelle Vielfalt könne bei der Arbeit zum Teil herausfordernd sein, auch die Sprachbarrieren stellten eine zusätzliche Hürde, auf dem Weg die Frauen zu erreichen, dar. „Anhand der Arbeit in Oldenburg zeigt sich allerdings in besonderer Weise, mit welchen einfachen Mitteln und auch zunächst niedrigschwelligen Angeboten, diese Hindernisse überwunden werden und sich die Frauen zu starken Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln können“, so Schulte weiter.

Vier Teilprojekte mit verschiedenen Zugängen zu den Frauen

„Frauen stärken – starke Frauen“ bündelt vier Teilprojekte, welche verschiedene Lebensbereiche betreffen und verschiedene Ansätze haben. Der Frauenraum im Standort Oldenburg ist der Grundstein des Projekts und steht ausschließlich weiblichen Bewohnerinnen zur Verfügung. Hier können sie sich jederzeit in einen geschützten Rahmen zurückziehen, der ihnen gleichzeitig einen offenen Austausch untereinander ermöglicht. Neben gemütlichen Sitzgelegenheiten stehen den Frauen hier unter anderem Wickelmöglichkeiten, aber auch ein PC mit Internetanschluss zur Verfügung. Männer haben zu diesem Bereich keinen Zugang.

Einmal wöchentlich findet im Frauenraum ein sogenannter Frauentreff statt, wo mithilfe von Sprachmittlerinnen und Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes darüber hinausgehend Kontakte untereinander geknüpft werden können. Während dieser Treffen, werden Informationen über das Leben als Frau in Deutschland, aber auch speziellere Informationen z.B. über Frauenrechte vermittelt. Gemeinsame Ausflüge runden das Angebot ab und ermöglichen erste gesellschaftliche Teilhabe sowie das Kennenlernen von Initiativen, Beratungs-, Unterstützungs- und Freizeitangeboten in der Stadt Oldenburg.

Das dritte Unterprojekt „The atlas of beauty“ hat die Stärkung der Frauenrolle zum Ziel und eine Laufzeit von mindestens drei Monaten. Die Beschäftigung mit den eigenen Stärken steht im Fokus. Selbst- und Fremdwahrnehmung werden durch spezielle Methoden in Augenschein genommen, um damit das Selbstwertgefühl zu stärken und einen anderen Zugang zu eigenen Potentialen zu erlangen.

Die Kooperation mit der AIDS-Hilfe Oldenburg e.V. stellt einen weiteren wichtigen Teilbereich des Projekts dar. In Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst führt der Verein nach Bedarf und zu verschiedenen Anlässen Informations- und Aufklärungsveranstaltungen durch. Dazu gehören unter anderem Infostände sowie Fachvorträge oder Informationsnachmittage unter Zuhilfenahme von Sprachmittlern.


Die sechste Integrationskonferenz fand im Hannover Congress Centrum statt und befasste sich mit den Herausforderungen und Chancen bei der Integration von geflüchteten und zugewanderten Frauen in Niedersachsen. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ stellten neben der Landeaufnahmebehörde Niedersachsen rund 30 weitere Partnerinnen und Partner des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ ihre Projekte vor. Ein Workshop- und Vortragsangebot rundete das Programm ab.

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